Der Klettersteig „Ferrata Ettore Castiglioni“ verdankt seinen Namen dem berühmten Bergsteiger, Aktivisten und antifaschistischen Widerstandskämpfer Ettore Castiglioni, der auch einige detaillierte und nach wie vor anerkannte Bergführer verfasst hat. Eingeweiht wurde der Klettersteig 1946. Zwei Jahre zuvor war Ettore Castiglioni auf dem Passo del Forno beim Versuch, der faschistischen Unterdrückung zu entkommen, einen tragischen Tod gestorben.

Dieser gesicherte Steig durchquert die Ostwände der Gipfel „Cima D’Agola“ und „Cima Susat“ und führt dann in senkrechter und direkter Linie hinauf zur „Bocchetta Due Denti”. Von hier aus verläuft der Weg durch das Firnfeld „Vedretta di Prato Fiorito“ und danach durch den wunderschönen Kessel der Hütte „Rifugio XII Apostoli“ (2487 m).

Die Tour beginnt an der Hütte „Rifugio Agostini“ (2410 m), die am oberen Talende des Val Ambiez zu Füßen des gewundenen Gipfels der Cima D’Ambiez liegt. Dieser Steig stellt das Endstück der fantastischen „Via delle Bocchette” dar, der gesicherten Durchquerung der Brenta-Dolomiten, die ihren Anfang am Passo Grostè nimmt und entlang des gesicherten Steigs „Sentiero Attrezzato Livio Brentari“, der „Bocchette Alte“, der „Bocchette Centrali“, des gesicherten Steigs „Sentiero Attrezzato Livio Brentari“ und des Klettersteigs „Ferrata Ettore Castiglioni“ (oder als Variante entlang des gesicherten Steigs „Sentiero Attrezzato dell’Ideale“) führt

Der Klettersteig „Ettore Castiglioni“ wird als anspruchsvoll eingestuft, weil er extrem ausgesetzt ist und einige der Leitern, welche die glatten Wände der Cima d’Agola und Susat emporklettern, sehr lang und senkrecht sind. Die Passagen an sich stellen für erfahrene Bergsteiger, die sich mit Klettersteigen auskennen, allerdings keine besondere Schwierigkeit dar.

Die Entfernung zu anderen Kletterern muss mit besonders großer Sorgfalt beachtet und eingeschätzt werden, da bei diesem Steig aufgrund seiner vielen senkrechten Passagen ständig Steinschlaggefahr droht.

Die meisten Kletterer gehen die Tour auf zwei Tage verteilt und übernachten im Rifugio Agostini oder im Rifugio XII Apostoli.

Ausgehend von der Hütte „Rifugio al Cacciatore“ (1820 m) im Val Ambiez nehmen Sie den Weg 325 A Dallago und erreichen, nachdem Sie unterhalb des beeindruckenden Felsausläufers der „Tose” vorbeigekommen sind, das Rifugio Agostini (2410 m), wo in der Regel übernachtet wird.

Von der Hütte aus nehmen Sie den Pfad, der oberhalb des Rifugio über Geröll führt und steigen in Richtung der steilen Ostwand der Cima d’Ambiez auf.

Nach wenigen Minuten verlassen Sie den Hauptweg („Sentiero Brentari”) , der zum Firnfeld „Vedretta d’Ambiez“ und zur „Sella della Tosa“ führt, um der Abzweigung nach links zum Klettersteig „Ferrata Ettore Castiglioni“ zu folgen. Über einige Zickzack-Strecken und ein paar kleinere Rinnen, in denen das Voranschreiten teilweise durch Fixseile erleichtert wird, gewinnen Sie an Höhe. Bald erreichen Sie die Geröllhalde zu Füßen der großen Ostwände der Cima D’Agola und der Cima Susat. Hier befindet sich neben der ersten Leiter die Einstiegstafel des Klettersteigs.

Klettersteig: Nachdem Sie Ihre Klettersteigausrüstung angelegt haben, müssen Sie ein schmales Felsband über die erste kurze Leiter überwinden. Von hier startet eine lange, senkrechte Leiter, von denen der Steig noch mehrere bereithält.

Sie gelangen zu einem sehr schmalen Felsband und müssen nach diesem eine zweite, stark ausgesetzte Leiter erklimmen. Diese ermöglicht es, ein weiteres Felsband zu erreichen, das die Wand waagrecht quert. Folgen Sie dem Felsband und klettern Sie dann eine Reihe weiterer Leitern hinauf, über die Sie zum nächsten, großen Felsband gelangen.

Mittels einer kleinen, an der Wand befestigten Hängebrücke überqueren Sie die Unterbrechung des Felsbands und kommen so zu den nächsten Leitern.

Auf diese Weise erreichen Sie ein großes, sehr kiesiges Felsband. In dieser Art Felsrinne steigen Sie rechts bleibend bis zu der Stelle auf, an der die Rinne an der überhängenden Felswand endet.

Setzen Sie den Weg nach rechts fort, wo Sie eine weitere, ziemlich überhängende und anstrengende Leiter bezwingen müssen. Danach folgen noch zwei kürzere Leitern, die enger an der Wand liegen und zum letzten Felsband führen. Diesen folgen Sie nach links und erreichen so die malerische Scharte der Bocchetta dei Due Denti (2859 m).

Von hier aus genießen Sie den Blick auf den majestätischen Geröllkessel der XII Apostoli. Steigen Sie über den Weg, der im ersten Teil mit einem Stahlseil gesichert ist, um den Abstieg über ein paar tückische Kalkplatten zu erleichtern, hinunter zur Hütte „Rifugio f.lli Garbari ai XII Apostoli”. Bei bestimmten Schneeverhältnissen kann es notwendig sein, Steigeisen und Eispickel zu verwenden, um die Schneefelder zu überwinden, die sich vor dem Talkessel und dem Rifugio XII Apostoli befinden.

Abstieg: Von der Hütte „Rifugio f.lli Garbari ai XII Apostoli” steigen Sie hinunter zur Malga Movlina (Wanderwege 307-354) oder zum Doss del Sabion (Wanderwege 307-357).